Leben / Lieben im Hier und Jetzt

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Sandra Cosima Matteotti stellt an den Beginn ihrer Rezension des Buches von Thich Nhat Hanh: „Im Hier und Jetzt zuhause sein“ ein Zitat, mit dem wohl alle einverstanden sein werden:

„Wir sollten versuchen, eine neue Kultur zu schaffen, in deren Zentrum das Sein steht. […] Lebendig zu sein. Frieden zu sein, Freude zu sein, zu lieben. Das ist, was die Welt am dringendsten braucht.“

Doch ist das nicht Utopie? Wie soll das gehen? Die Welt ist wie sie ist – grausam, brutal, voller Krieg und Terrorismus usw.

Und Sandra endet ihre Rezension mit dem Zitat:

„…und die Ungerechtigkeit, die Grausamkeit oder Gemeinheit nicht ausreichen werden, um unser Leben zu zerstören.“

Das geht unter die Haut. Das ist Hoffnung. Nicht Wunschdenken, nicht Utopie, nicht Illusion, nicht Gutmenschentum (wenn ich dieses idiotische, aus der rechten Szene stammende Wort auch einmal verwenden darf).Nein, das ist „Realität“!

Warum klingt es trotzdem so –…

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Wege, Umwege, Irrwege

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Gestern bin ich auf einen Artikel gestoßen über „Yoga im Westen“, in dem endlich einmal der leichtfertige Umgang des Westens mit dem Yoga angeprangert wird. Yoga wird kommerzialisiert, jeder kreiert seinen eigenen Yoga, gibt diesem Unsinn einen phantasievollen Namen, der sich gut vermarkten lässt. Das Unkraut schießt ins Kraut, die ursprüngliche Pflanze ist nicht mehr zu sehen. Auch wenn oft ein Körnchen Wahrheit dahinter steckt, wen interessiert der Kern, wenn es um die glänzende Verpackung im Supermarkt der Selbstverwirklichung geht.

Beispiel gefällig: Eine der Absurditäten ist der sogenannte Bikramyoga, eine indische Bezeichnung muss ja her, die „Übersetzung“ sagt’s deutlicher: Hot Yoga! (Hot ist immer gut, das lässt so schöne Assoziationen zu). Das Yogastudio hat 40 Grad Celsius. Warum? Man spart sich das Aufwärmen! Genial! Schon das nahezu eine Erleuchtung! Und wie gesund das ist. Ich spare mir die Auflistung der medizinisch klingenden Indikationen. Ganz am Schluss der ellenlangen…

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Vom Ego zu Gott, zum Atman, zum Nirvana

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In den üblichen Denk-Schablonen ist das Christentum monotheistisch, der Hinduismus mit seinen über 300 Mio. „Göttern“ ist polytheistisch und der Buddhismus ist keine Religion oder eine Religion ohne Gott. Das ist genauso anschaulich wie grundfalsch.

Der Buddhismus ist eine rein pragmatische Religion mit einem gehörigen Schuss Psychologie. Es geht um das Loslassen des Ich, des Ego, um das Lösen der Anhaftung an die Welt, und auf diesem Weg wird unterwegs auch das bloß rationale Denken transzendiert. Es wird damit sinnlos, über das zu sprechen, was „danach“ kommt. Begriffe kreisen wie die Welt der Objekte immer um ein Etwas. Das, worum es wirklich geht, ist kein Etwas, nichts Dingliches, eigentlich Nichts (Nicht-Etwas). Alles was sich sagen lässt ist, dass das Ich dann längst verloschen und transzendiert ist. Deswegen spricht der Buddhismus vom Nirvana, was nicht Nichts, sondern Verlöschen bedeutet. Der Buddha hat sich geweigert, über dieses Nicht-Etwas zu reden, weil jedes…

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