Umdenken eröffnet Zukunft

 

„VERÄNDERUNG ERFORDERT UMDENKEN
Wenn man die Gegenwart mit den Mustern der Vergangenheit angeht, kann man keine Veränderung für die Zukunft erwarten.“
Gesehen bei DENKZEITEN/Sandra Matteotti.

 

Es ist schon eine eigene Gabe, die Dinge so auf den Punkt zu bringen. Wer das so klar schafft, ist mitten im Umdenken. Und wer das so klar sagt, fordert die anderen heraus, mit umzudenken, mitzudenken, vielleicht sogar (gemeinsam) weiterzudenken oder weiter auszufalten.

Dieses Umdenken ist die Voraussetzung dafür, dass Zukunft überhaupt passieren kann. Ohne dieses Umdenken passiert ja nur immer (kopierte) Vergangenheit. Das Denken ist sozusagen die Matrix, und das Umdenken die neue Matrix, in die hinein Zukunft passieren kann.

Allerdings: Mit dem (neuen) Denken ist die Vergangenheit nicht weg.

Sie hat nur weniger Macht. Aber das Problem ist: In einem gewissen Sinn SIND wir unsere Vergangenheit. Daran ändert auch das Umdenken nichts. Und das sollte ja auch gar nicht geändert werden. Wäre die Vergangenheit weg, wären wir in einem gewissen Sinne selbst auch weg. Was nicht der Sinn des Umdenkens ist.

Wir sind unsere Geschichte, unsere Biographie. Die soll nicht eliminiert, sondern weitergeführt werden.

Umdenken heißt, das Vergangene als Vergangenes sehen zu lernen. Ansonsten ist es Gegenwart und kopiert sich endlos weiter. Also Abstand gewinnen, loslassen – d.h. Vergangenes vergangen sein zu lassen – erst dann ist die Zukunft offen. Und erst dann ist die Gegenwart Gegenwart und nicht die Summe der Vergangenheit (was sie auch ist, aber doch auch wieder nicht nur). Erst dann kann ich Gegenwart zulassen und damit den Samen für die (neue) Zukunft legen.

Am sichtbarsten wird das – no na – an unseren Beziehungen. Immer nach demselben Muster. Ok, mit verschiedenen Variationen. Aber dieselben Typen kommen und gehen, dieselben Fehler wollen wieder und wieder gemacht werden. Und selbst wenn einem das schon bewusst wird – der/die Nächste stellt sich bereits an. Denn das Muster zu sehen ist noch nicht umdenken. Umdenken hieße darüber hinaus: anderes zu akzeptieren, offen sein für wirklich Neues. Ansonsten steht das Neue vor der Tür, und es passt nicht. Weil es nicht ins alte, gewohnte Schema passt. Weil Neues noch immer unpassend erscheint, vielleicht sogar Angst macht.

Noch eine Schwierigkeit: Ich bin durch mein Umdenken kein anderer geworden. Dieselbe Vergangenheit, dieselbe Biographie, derselbe Rucksack.

Es ist beinahe tragisch, dass wir – trotz zunehmender Hektik – das Sensorium für Zeit, für Entwicklung, für Dynamik längst verloren haben. Umdenken heißt vielleicht nichts anderes als uns selbst nicht als Standfoto, sondern als Film sehen zu lernen. Als einen Film, der erst zum Teil abgedreht ist, an dessen Drehbuch wir noch schreiben können und bei dem wir nicht nur Hauptdarsteller sind, sondern auch Regie führen können. Die bisherigen Szenen sind abgedreht, daran lässt sich nichts mehr ändern. Aber es wäre eine Zumutung für die Zuseher und Mitspieler, würden wir jetzt nur mehr die alten Szenen weiter kopieren. Da muss Neues her, da muss Spannendes her, das muss aufregend werden, das muss fesseln. Und das muss – trotz festgelegter Vergangenheit – in eine völlig offene Zukunft führen.

Das war wohl gemeint mit UMDENKEN…

Ein Gedanke zu “Umdenken eröffnet Zukunft

  1. wortwesen-du

    Ein spannender Eintrag.
    Meine …Präsenz … empfinde ich normalerweise nicht in Bewegung.
    Warum sie nicht denkend und gehend sehen – in Neuland hinein, das sich erst formt.

    Das Bild mit dem Film gefällt mir.
    Freundliche Grüße
    Barbara

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