Glauben und Suchen

Früher haben die Leute geglaubt, den Glauben von den Eltern, von der Gesellschaft übernommen. Aber sie haben nicht gesucht.

Heute glauben die Leute nicht mehr, nehmen nichts mehr von außen an, aber sie suchen.

Die einen nennen das Glaubensverfall, für die anderen ist es ein Entwicklungsschritt.

Denn glauben, ohne zu fragen, ist sinnlos. Das Richtige zu tun, weil MAN es tut oder unterlässt, ist unmoralisch. Man glaubt etwas zu haben, wird aber nie etwas finden, weil man nicht sucht. Und so kommt man nicht von der Stelle.

Ein Suchender jedoch wird sich immer weiterentwickeln, auch wenn er kein Ziel hat, das er nennen könnte. Er wird seine Richtung immer wieder korrigieren, und wenn er nah dran ist, wird er vielleicht sogar das Ziel umrisshaft sehen können. Wenn nicht, hat er sich jedenfalls ein großes Stück bewegt.

Oder mit den Worten von Edith Stein: „Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.“ Wenn es ihm nicht klar ist, hat er noch den Vorteil, nicht so leicht über menschliche Vorstellungen zu stolpern.

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