Höhenflug

Lange Zeit,
doch keine Ewigkeit,
Freud und Leid mit dir geteilt.
Warst verzweifelt, deprimiert
hab mit dir gelitten,
hattest Freude du inmitten
hab mit dir ich jubiliert.
War mit dir in allen Tiefen
freute mich
wenn Höhen riefen.
Tief im Dunkeln festgebunden,
schwebt in Höhen
ungebunden.
Segelte frei über allen Wolken
ging’s dir gut,
war wie gebannt in Ketten,
fehlte dir der Mut.

Warst freudig du,
versucht ich zu beteuern,
warst deprimiert,
so wollt ich gegensteuern.
Wie auch immer –
ganz verwoben.
Bin nun ganz unten,
Du – zu meiner Freude
oben!

Gegen-Sätze im Gegenlicht

Beziehung:
Ich und Du treten zurück,
um dem anderen Raum zu geben,
dazwischen
und doch umfassend,
loslassend,
und doch umgreifend,
ergreifend.

Wenn du glaubst verloren zu haben
und es bleibt ein ungeheures Loch,
dann begreifst du erst,
was dieses Nichts bedeutet.

Nur wer den Zustand kennt,
aus überströmender Liebe
zu weinen,
kann ermessen
wie sehr Freude wehtun kann.

Wenn du immer vom Loslassen geredet hast,
und jetzt kannst du es einfach nicht,
dann beginnst du langsam zu verstehen.

Was heißt schon Alleinsein?
Nur wer liebt,
weiß, was Einsamkeit ist.

Wasser des Lebens

Liebe führt

von der Quelle bis zum Meer.

Sie tritt zutage

wo niemand sie vermutet.

Unaufhaltsam

bahnt sie sich ihren Weg.

Hindernisse

umfließt sie mit Leichtigkeit.

Bäche und Flüsse

nimmt sie in sich auf

und trägt sie weiter.

 

 

Lebensraum ist sie

für alle Geschöpfe,

Fruchtbarkeit bringt sie

nahen Gefilden.

Sie trägt alle,

die sich ihr anvertrauen.

Ist von Dauer,

wird tiefer und tiefer,

und breitet sich endgültig aus.

Ende und Anfang,

geht auf sie im Meer.

 

 

Überwindet Grenzen,

steigt in himmlische Höhen,

wird wolkenzartes Gebilde,

verletzlich zwar,

doch unzerstörbar.

Weint Tränen

von Schmerz und Freude,

versinkt im Schlamm –

und tritt unerwartet zutage.