Wenn Worte fehlen

Wenn Worte sich um dein Herz krallen
und jede Antwort unmöglich wird
hörst du einfach auf zu lallen
jedes weitere Wort krepiert

Wenn du verstehst, was war gemeint
doch unmöglich, es in Worte zu fassen
du meinst, es hätte euch geeint
doch musst du alles stehen lassen

Ich glaube, dich zu verstehen
und weine doch vor mich hin
als würden wilde Krähen
vernichten, was ich bin

Versunken im tiefsten Nicht
vergeblich einen Ausweg sucht
schlägt der Brandung Gischt
an nicht vorhandene Bucht

Versagen alle Brücken
Kein Horizont ist mehr in Sicht
geh nicht mal mehr auf Krücken
Wenn jeder Weg zusammen bricht

Doch geh über zerbrochene Brücken
auch wenn kein Ziel in Sicht
stelle mich allen Tücken
wandere ziellos ins Nicht

Ich

Wer bin ich?
Dieser winzige Punkt
zaghaften Bewusstseins
flackernd im Wind?

Feste Insel im Meer,
isoliert und abgegrenzt,
allem gegenüber,
nur sich selbst verpflichtet?

Subjekt unter Objekten,
was alles nach außen vertreibt,
sich das Außen untertan macht
und sich selbst dabei verdrängt?

Auch das Du objektivierend,
gebrauchend und missbrauchend,
alles haben wollen könnend,
und doch machtlos frustriert?

Sich wohlig im Außen wälzen,
alles sich gefügig machen,
König- und sonstige Reiche bauend,
bis es innerlich bleibt vereinsamt?

Oder sehend,
dass das Mehr nicht liegt im Beherrschen,
sondern im Überschreiten von Grenzen,
zuerst der des eigenen Ich?

Auch das Du nicht besitzend,
sondern die Grenze auflösend hereinlassen,
sich selbst auf ein Mehr einlassen,
und Ich und Du in eins zusammenfassen.

Die Grenze zum Du fallen lassen,
sich hingeben und verletzlich werden.
Aber gemeinsam neue Wege finden
in ungeahnter Stärke neue Grenzen überwinden.

Eine größere Einheit,
die Verschiedenheit behält,
das Gemeinsame bindet,
die Verschiedenheit lässt Raum.

Das Außen nicht Objekt noch Ding,
sondern bedeutungsvoll ein Teil des ich.
Außenwelt als Spiegel der Innenwelt,
Zeichen in die Welt und Zeit gesetzt.

Alles hat Bedeutung,
Grenzen sind zum Erkennen,
zum an die Grenze Gehen und Überschreiten,
bis das Ich wird Teil des Ganzen.

Aber nicht sich auflösen im Nichts.
Viel tiefer die Bedeutung von Tropfen und Meer:
Er muss Tropfen bleiben, um Meer zu sein,
doch Ich verwandelt in unbegreiflicher Weise.

Hat er alle Grenzen überwunden,
verschwindet nicht der Tropfen, sondern alle Grenzen.
Was bleibt, ist das individuelle Bewusstsein des Ganzen.
Aber nun gibt es nichts mehr zu sagen…

Alles und nichts

Habe nun – hach 😉
Philosophie und Magie
den Ernst des Yoga
der Chassidim Humor
noch immer im Ohr
den Tanz der Indianer und der Derwische
Übungen für langes Leben
in Augenblicke geschmolzen und vergeben
mit Pho-wa das Sterben vorweggenommen
Zeit und Ewigkeit in eins vernommen
weites Land und höchste Höhen
in Tibet wie in mir

wieder und wieder versucht
Sphärenklänge am Boden zu verankern
Wellen brechen in jeder Bucht
Himmel und Hölle in Einklang zu bringen
Rausch des Weines und der Meditation
Gegensätze zu bezwingen
in ein Gespann sie beizubringen
Einheit mit Gewalt und leisem Flehen
in konkretes Leben hineinzusehen
hart am Boden aufgeschlagen
doch auch wenn’s wär komplett vermessen
nie den Himmel ganz vergessen

Ringen mit deinem Bild
lachen, lieben, weinen, singen
mit Sehnen, Wünschen, Träumen ringen
Felsen gerührt
zum Ideal erkürt
bleibst davon unberührt
verloren schon eh noch gewonnen
noch keine Form und schon zerronnen
vergeblicher Versuch zu einen
sinnlos jetzt dir nachzuweinen

liebestrunken
im Nebel versunken
vom Winde verweht
das Sehnen gerinnt
der Schmerz vergeht

alles musst‘ sein
sonst wär‘s nicht mein
alles musst gehen
und im Gehen verwehn
in Himmel und Hölle hinein

und am Ende bleibt nichts
und Platz für alles