Heimat?!

Kürzlich organisierte die Philosophin Cornelia Bruell in Baden einen Philosophischen Salon zum Thema „Heimat“. Ein politischer, soziologischer, psychologischer und natürlich auch philosophischer  Begriff. Das „Ergebnis“ kann sich sehen, hören und lesen lassen: http://www.philoskop.org/blog/2017/4/1/heimat-ist

Beim Philosophischen Salon geht es um das Mit-Denken. Da dieses weder räumlich noch zeitlich begrenzt ist, lasse ich mich zum Mit-Denken verführen. Das Thema beschäftigt mich ohnehin seit langem. Eigentlich seit meinem Aufbruch aus der Heimat.

  1. Heimat hat – wie so ziemlich alles – einen äußeren und einen inneren Aspekt, die aber nicht zu trennen sind, weil sie keine Gegensätze darstellen, sondern komplementär zusammengehören.
  2. Heimat ist (für mich) das Stück Land, das ich als Kind überschauen konnte. Das „meine Welt“ war, in die ich hineingestellt wurde. Außerhalb war Niemandsland. Da war Linz genauso fremd wie Teheran.
  3. Leben ist von diesem Gesichtspunkt aus ein ständiges Ausweiten dieses Territoriums: Übersiedlung, Gymnasium in der „Großstadt“, Studium in Wien, Reisen nach Graz, Innsbruck, Waldviertel, Deutschland, Ungarn, Italien, Frankreich, England, Schweiz, Ladakh, Ägypten, Island….
  4. Wir werden aber nicht nur in ein Land, eine Familie geboren, sondern auch in einen ganz bestimmten Denkrahmen, ein Weltbild. Auch das ist „Heimat“, denn es gibt auch andere Weltbilder, die völlig anders, aber genauso stimmig sind. Etwa fernöstliche Weltbilder.
  5. So werden die Denkgewohnheiten der Herkunftsfamilie erweitert durch die schulische Laufbahn in Richtung Allgemeinbildung (bei mir war es noch so). Durch meinen Philosophie-Lehrer im Gymnasium kam ich mit asiatischen Philosophien (Yoga, chinesischer Universalismus) in Berührung, überstand das Bundesheer mit dem Tibetischen Totenbuch unter dem Kopfpolster, war zehn Jahre in Wien in einer Yogagemeinschaft und studierte „nebenbei“ Philosophie, verbrachte anschließend immer ein paar Jahre in einer anderen Kultur (Sufismus, Indianer, tibetischer Buddhismus), um dann wieder in unserer Kultur zu landen. Bereichert um den Blick von außen, der den inneren ergänzt, und wissend um die Stärken und Schwächen verschiedener Kulturen und Denkrahmen.
  6. Außen und innen gehen immer komplementär Hand in Hand. Immer geht es um eine Erweiterung des Horizonts, um ein Vertraut-Machen des bis dahin Fremden, ein Einverleiben in die innere „Heimat“. Manchmal sogar die Erfahrung, ganz wo anders „Heimat“ gefunden zu haben.
  7. Das Heimatgefühl des als Kind Überschaubaren beim Eintritt in dieses Leben wird immer bleiben, aber einmal ins Leben geworfen gehen Wellen über den jeweiligen Tellerrand hinaus, machen Fremdes zu eigen – nicht nur andere Menschen und Kulturen, sondern auch und vor allem das eigene, innere Fremde (vor dem die rechte Szene so panische Angst hat, dass sie sich in einen pervertierten Heimatbegriff festkrallen muss), das integriert werden muss, damit es sich nicht im Außen gegen sich selbst wendet.
  8. Der kindlich erfühlte Heimatbegriff ist ein innerlich erlebter äußerer. Am anderen Ende des Lebens sollte ein äußerlich erlebbarer innerer Heimatbegriff stehen, ein belebtes Welt-Bild, das auch andere Kulturen, andere Weltbilder und das eigene innere Fremde integriert hat. Dann ist die kindliche Egozentrik zum Welt-Bild geworden.
  9. Der Mensch wird vom geistigen Schrebergartenbewohner zum Weltbürger – wenn er nicht unterwegs stecken bleibt.
  10. Man kann „Heimat“ vom Geboren-Werden her denken, aber auch von der Herkunft, vom Eingebettet-Sein in ein größeres Ganzes. Der Mensch ist Endliches, bezogen auf Unendliches. So gesehen ist uns das Unendliche, Ewige innerlicher als wir uns selbst sind (frei nach Augustinus). Das zu verdrängen macht den Menschen zum Torso und lässt ihn nie wirklich Heimat finden. Einen Vorgeschmack im Endlichen bieten jene kostbaren Augenblicke, in denen Zeit zur Ewigkeit gerinnt.
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Hat Denken etwas mit der Wirklichkeit zu tun?

Unsere Logik funktioniert so, dass wir das, worum es eigentlich geht, nicht erkennen. Und das ist zunächst auch gut so, denn nur das garantiert die Offenheit, die durch diese Logik sonst verloren ginge.

dsc_0007In der Physik geht es um die Materie, in der Biologie um das Leben, in der Psychologie um die Seele, in der Philosophie um Weisheit, in der Theologie um Gott – und keine dieser Disziplinen kann erklären, worum es ihnen geht. Oberbegriffe sind nicht erklärbar. Die Physik kann nicht sagen, was Materie ist, sie verwendet nicht einmal diesen Begriff, sondern spricht von Masse, und das nur vorsichtig. Kein Biologe kann sagen, was Leben ist, usw.

Besonders schwierig hat es die Medizin. Sie behauptet krampfhaft, Naturwissenschaft zu sein, obwohl es um den Menschen geht, der in der Naturwissenschaft nicht vorkommt. Ärzte haben Menschen vor sich, beschäftigen sich aber nur mit deren Krankheit, nicht mit dem (gesunden) Menschen. Im Rahmen einer Ringvorlesung an der Uni Graz habe ich 1997 zum Thema „Hat Medizin etwas mit Gesundheit zu tun?“ gesprochen. Das Thema Gesundheit war damals etwas völlig Neues in der Medizin, die sich immer um Krankheit drehte. Allzu viel hat sich seither auch nicht geändert. Der Begriff „Prävention“ ist seither etabliert, hat aber immer noch nicht so viel mit Gesundheit zu tun, sondern bloß mit der „Verhinderung“ von Krankheit. Gesundheit würde sich um den Lebensstil und um den ganzen Menschen drehen, und da sind wiederum die Ärzte machtlos, denn da will niemand was ändern.

Hat Religion etwas mit Gott zu tun?, könnte man auch fragen. Wir sind gewohnt, Religion mit dem Glauben an Gott zu verwechseln. Doch sind die Menschen, die an Gott glauben und sich im Besitz der Wahrheit wähnen, wirklich religiös? Sehr oft nicht! Religion hat nicht (in erster Linie) mit Gott zu tun, sondern mit dem Menschen. Das Alte Testament ist voll von Mord und Totschlag, Hinterlist, Verleumdung und Lüge. Das der Religion oder gar Gott vorzuhalten, ist genauso dumm wie es blind zu ignorieren. Es geht ja um den Menschen, und da gibt es nichts schönzureden, der ist so, wie er ist. Das ist auch die theologische Aussage im Lebenslauf Jesu. Obwohl da nur die männliche Linie zählt – erst recht damals – kommen auch vier Frauen vor, Mörderinnen und Huren. Und bei den Männern fällt es nur deswegen nicht auf, weil deren Schattenseiten längst verdrängt wurden.

König David war ein mörderischer Kriegsherr. „Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.“ Und auch privat ging es um Mord und Ehebruch. Verheiratet war er mit mehreren Frauen. In religiöser Erinnerung ist David aber bloß als Verfasser vieler Psalmen und „das Haus Davids“, aus dem Jesus stammte, Davids andere Seite wird verdrängt. „David lebte vor dir [Gott] in Treue, Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen.“ Dass hier vom archetypischen Konflikt und Zwiespalt des Menschen die Rede ist, wie es in der Psychoanalyse wieder angesprochen wird, fällt kaum auf. In der Bibel steckt aber mehr Psychologie als in der modernen Psychologie bisher aufgearbeitet werden konnte.

Und wer Christus sieht, sieht Gott – allerdings ist Jesus auch Mensch als endliche Gestalt des Unendlichen, und selbst die Apostel haben ihn nicht erkannt, außer in Sternstunden, die ihnen „nicht Fleisch und Blut eingegeben hat“. Jesus hat gezeigt, wie Menschsein geht, und Religion hieße, ihm nachzufolgen. Wer glaubt, im Besitz der Wahrheit zu sein, nur weil er in die christliche Kultur hineingeboren ist, der ist bestenfalls ein Pharisäer, aber noch lange kein Christ.

Ähnlich verhält es sich mit der Physik, was für unser (pseudo-)naturwissenschaftliches Weltbild besser zu verstehen sein müsste – hätten wir nicht das letzte Jahrhundert verschlafen. Naturwissenschaften und speziell die Physik sind die methodische Beschränkung auf Materie in Raum und Zeit. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die große Zeit der Physiker, die allesamt auch Philosophen waren: Max Planck, Albert Einstein, Niels Bohr, Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli, Erwin Schrödinger, um nur einige zu nennen, die an der Quantenmechanik mitgearbeitet haben. In der nächsten Generation ist die Kluft zwischen Mathematik und Deutung wieder aufgebrochen. Hat Physik etwas mit Materie zu tun? Hans-Peter Dürr sagt es sehr drastisch: „Ich habe mich mein ganzes Forscherleben darum bemüht herauszubekommen, was Materie ist. Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt sie nicht!“ Womit er nicht meint, dass alles Illusion ist, sondern dass unsere Vorstellung von Materie ein Produkt unseres Denkens ist, aber nicht der Wirklichkeit. Und dass die Materie im Innersten nichts mit unserer Vorstellung von Materie zu tun hat.

Die Entwicklung der Quantentheorie und der daraus folgenden neuen oder erweiterten Logik ist, genauso wie die Psychologie und Psychotherapie, nicht in ein allgemeines Weltbild eingegangen, das um 1900 steckengeblieben ist. So werden Historiker späterer Zeiten unsere Epoche nicht hochtrabend als Wissenszeitalter, Postmoderne oder gar als aufgeklärtes Zeitalter beschreiben, sondern als diejenige Zeit, die mit der Gegenwart nicht zurechtgekommen ist. Sie werden verständnislos das herrschende Weltbild beschreiben, das auf das naturwissenschaftlich Beschreibbare eingeengt wurde, bei gleichzeitiger Verleugnung eben dieser Naturwissenschaft.

 

Wahrheit und Relativität

Zum Streit zwischen den Hütern der Wahrheit und den Verteidigern des Relativen (beides abwertend in Richtung Gegner gemünzt) wäre zunächst zu sagen, dass es diesen Streit spätestens seit Parmenides und Heraklit gibt. Ersterer betonte das Sein, letzterer das Werden, und bis heute schlug das Pendel in der Geschichte mal in die eine, mal in die andere Richtung aus. Also nichts Neues unter der Sonne, wenn heute in der Kirche Konservative und Progressive aufeinanderprallen.

Verzweifelt könnte man anbringen, dass das 2. Vatikanische Konzil genau diesen Widerspruch überwinden wollte und auch überwunden hat, mit der Formel: Zurück zum Ursprung, aber in der Sprache der heutigen Zeit. Allerdings sind die Gräben nach dem Konzil wieder aufgebrochen, und angesichts des jetzigen Papstes ist der Widerstreit zwischen Reformern und Bewahrern wieder so eklatant, dass manche schon von drohender Spaltung sprechen.

Aus philosophischer und tiefenpsychologischer Sicht ist dieser Streit absurd. Bewahren kann man nur etwas, wenn man seine Weiterentwicklung nicht blockiert; und eine Reform wird immer näher zum Ursprung führen müssen.  Psychologisch ist es ein Konflikt, der entweder in die Tragik des Widerstreits oder in die Komplementarität mündet. Letzteres meint, dass Gegensätze einander nicht ausschließen, sondern ergänzen. Philosophisch ist Sein/Identität gar nicht denkbar ohne Werden/Diversität, Einheit nicht ohne Vielfalt und Absolutes nicht ohne Relatives. Wir sind von der Geburt bis zum Tod derselbe Mensch, der sich ständig wandelt. Stagnation wäre vorweggenommener Tod. Wenn wir jemand nach sieben Jahren wieder treffen, dann ist kein einziges bekanntes Atom oder Molekül mehr an ihm, er ist materiell ein völlig anderer, aber doch dieselbe Person.

Und was Wahrheit und Relativität betrifft, brauchen wir auch beides. In der Welt ist alles relativ, gegensätzlich, zwiespältig, gebrochen. Es ist alles Fragment, aber wir brauchen auch das Ganze, das Absolute, nicht als Ding, als Realität, sondern als Orientierung. Orientierung für einen Weg, ein Werden, eine Entwicklung, die in die Offenheit des Unnennbaren führt. Und diese Offenheit bewahrt uns vor dem mentalen Gefängnis des „Es gibt nur…“

Verhängnisvoll wird es, wenn etwas Relatives absolut gesetzt wird. Wird ein Wert, z.B. Gerechtigkeit, absolut gesetzt, dann werden andere – an sich „gleichwertige“ – ebenfalls absolut gesetzt und bekämpft. Wird das Gesetz absolut gesetzt, muss alles, was sich nicht in die Norm pressen lässt – und das ist eigentlich alles Menschliche – mit kalter Grausamkeit verfolgt werden. Wird das Eigenständige (das dann genau nicht eigenständig ist) absolut gesetzt, dann wird das Fremde (das eigentlich das eigene, innere, nach außen projizierte Fremde ist) im anderen abgewertet, bekämpft und gehasst. (Die Tragik der Politik). Wird die (eigene) Wahrheit als absolut verteidigt, wird jeder Andersdenkende zum Häretiker gestempelt. (Die Tragik der Religion). Wenn man glaubt, Wahrheit zu besitzen, dann ist man schon beim goldenen Kalb – das in menschliche, relative Vorstellung gepresste Absolute. Jeder, der sich im Besitz der „Wahrheit“ wähnt, macht (nicht nur) die Kunstschätze in seinen Kirchen zu goldenen Kälbern. Dasselbe macht der gläubige Atheist, der sein „Es gibt nicht“ absolut setzt, alle anderen für dumm erklären muss, und nicht einmal erklärt, wogegen er ist. Alles das kennen wir aus der Geschichte. Weltlich heißt das Fanatismus, biblisch Götzendienst.

Besonders interessant wird es, wenn man sich weigert, die Gegensätze als (zu eliminierenden) Gegensatz stehen zu lassen, und komplementär beides als einander ergänzend sehen will. Dann wird man für die Bewahrer der Konservative, und für die Reformer der Progressive. Denn wer komplementär denkt, wird bei jeder einseitigen Aussage die jeweils andere (als Ergänzung) betonen, und findet sich dann in der jeweils passenden Schublade der linear Denkenden wieder. Denn die können nur vereinfachen und mit der Komplexität der Wirklichkeit nichts anfangen. Wer versucht, der Komplexität gerecht zu werden, wird aus Unverständnis einfach ins andere Eck gestellt.

Zeitpunkt und Zeitfluss

Mit dem begrifflichen Denken, dem Beharren auf Fakten und dem wissenschaftlichen Analysieren wird etwas Wesentliches unterschlagen: die Zeit. Dem fragmentierenden Denken geht das Fließen der Zeit verloren.

Wir können in Bildern oder in Begriffen denken, mythisch oder philosophisch, symbolisch oder begrifflich. Im Mythos ist der Mensch Teil der Natur und fühlt sich wie vom Strudel der Zeit mitgerissen. Mit dem Erwachen der Philosophie nimmt er sich als Subjekt aus der Natur heraus, stellt sich dem Strudel entgegen. Es ist wie ein Anhalten der Zeit. Heraklit konnte noch sagen: Panta rhei, alles fließt. Niemand steigt zweimal in denselben Fluss. Das Wasser ist im nächsten Augenblick schon ein anderes, und auch ich bin nicht mehr derselbe. Es ist noch nichts „festgestellt“.

In dem Moment, wo wir damit beginnen, uns selbst als Subjekt aus der Natur herauszunehmen, im Außen zu analysieren, beginnen wir festzustellen. Was wir als Fakten festhalten, ist festgestellt, ist Momentaufnahme. Der Film des Lebens wird angehalten und in Standbilder aufgelöst. Das Fließen der Zeit, der Wandel, das Leben gehen verloren. Was wir exakt feststellen, ist aus dem Kontext herausgelöst und in seiner Nicht-Zeitlichkeit im nächsten Augenblick schon wieder bedeutungslos.

Dazu kommt, dass Begriffe eindeutig sein sollten (zumindest in Annäherung), während Bilder und Symbole immer mehrdeutig waren. Die Wissenschaft kann mit Mehrdeutigkeit nicht umgehen und sie daher auch nicht zulassen. Damit geht das Leben verloren, das immer mehrdeutig und multidimensional ist.

Weiters sind Begriffe allgemein(gültig). In der Natur und im Leben ist aber alles einmalig. Es gibt keine zwei gleichen Menschen, auch Zwillinge sind nicht gleich. Es gibt nicht einmal zwei gleiche Schneeflocken. Es ist nicht so, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sondern umgekehrt sehen wir den einzelnen Baum nicht, weil wir den Begriff des Waldes gebildet haben. Auch wenn wir vom Allgemeinen zum Besonderen schreiten, und Nadel- und Laubbäume, Fichten und Tannen, Buchen und Ahorn unterscheiden – wir kommen wissenschaftlich nie zum einzelnen Baum. Den können wir sehen, zeigen, malen, fotografieren, aber sobald wir beginnen, ihn detailliert zu beschreiben, ist er als Phänomen nicht mehr im Blick. Und die Zeit, seine ganze Entwicklung, kommt weder im Sehen, noch im Beschreiben vor. Nur das Symbol verdichtet Phänomen, Zeit und Dimensionen.

„Zeit“ in der Wissenschaft bedeutet Berechnen von Zeitpunkten. Die Zeit geht sozusagen im Raum auf und ihr Charakteristikum, das Fließen, geht verloren. Das wird besonders deutlich in der Elementarteilchenphysik: Wenn man ein Teilchen an einem Ort A misst, und dann an einem Ort B, dann ist es unzulässig zu sagen, es hätte sich von A nach B bewegt. Es geht nicht nur die Zeit, sondern auch die Identität verloren. Da es außerdem immer nur um Zeitpunkte geht, kann die Physik den „Zeitpfeil“, das Fließen der Zeit in eine Richtung, gar nicht erklären.

Zeit ist kein naturwissenschaftlicher, sondern ein psychologischer „Begriff“. Zeit kann man nicht beschreiben, sondern nur erleben. Psychologie ist nicht Naturwissenschaft, auch wenn sie das oft vorzugeben versucht hat. Zeit ist eben nicht objektiv. Deshalb zeigt eine Uhr Zeitpunkte, aber nicht Zeit. Deshalb können Afrikaner zu Europäern sagen: Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit. Von zwei Menschen, die „objektiv“ (nach der Uhr) eine Stunde erleben, fühlt der eine das als lange Zeit, der andere als rasend kurz, für einen dritten wird eine Sekunde innerhalb dieser Stunde zur Ewigkeit.

Auch der „Zeitpfeil“, das „Vergehen“ der Zeit, die von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft „fließt“, ist eine wissenschaftliche Konstruktion. Wer eine Psychotherapie durchmacht oder sich selbst analytisch betrachtet, der spürt Vergangenem und Zukünftigem in der Gegenwart nach. Erlebt die Vergangenheit in der Gegenwart, die Forderungen der (vielleicht schon längst verstorbenen) Eltern, und wie die Wunden der Vergangenheit auch noch die Zukunft bestimmen. Der erlebt, wie man Vergangenes wiedererleben und sogar verändern kann. Wie durch das Verändern des Vergangenen die Zukunft eine andere wird.

Es ist nicht verwunderlich, dass mit einem pseudo-naturwissenschaftlichen Weltbild auch das Verdrängen der Psychologie verbunden ist. Psychologie ist als Wissenschaft des Lebendigen eine Gratwanderung zwischen Begriffs- und Symbolsprache. Es gibt selbstverständlich Begriffs- und Theoriebildung, aber Inhalt sind (auch) Bilder, Symbole, Mythen, Träume. Das Beschreiben muss das Grenzenlose im Begrenzten, das Mehrdimensionale und Mehrdeutige im Bild, im Symbol bestehen lassen.
Dazu wäre anzumerken, dass wir vieles aus der Psychologie in ihrer Vor-Geschichte finden: über Augustinus und Ignatius von Loyola bis zurück zu Heraklit. Aber gleichzeitig mit der Etablierung der Psychologie und Psychoanalyse kommt es zu einer signifikanten Seelenvergessenheit. Das allgemeine Weltbild lehnt sich an die Physik an – noch dazu an die Physik des ausgehenden 19. Jahrhunderts, und bleibt dort stecken – was psychologisch einem Rückfall aus der Beziehung des Ich-Du in die des Ich-Es entspricht, wodurch auch das Ich verlorengeht.

Während der Naturwissenschaftler sozusagen am Flussufer steht und die Tropfen zählt, begibt sich der Psychologe ins Wasser und versucht, die Information der Tropfen wahrzunehmen, die diese seit der Quelle aufgenommen und weitertransportiert haben, und die sie weitertreiben Richtung Meer. In dieser Sicht gibt es keinen Standpunkt, nur das Fließen der Zeit. Wer sich diesem Fließen aussetzt, muss seinen Standpunkt aufgeben, und wer auf seinem Standpunkt beharrt, dem bleibt das Leben verborgen.

In gewisser Hinsicht ist das auch ein Zurückgehen hinter die Subjekt-Objekt-Spaltung. Es interessieren nicht so sehr die Elternobjekte, sondern die inneren Eltern, nicht so sehr das objektiv Manifeste, sondern das Verinnerlichte und Verdrängte. Das „Objektive“ dient nur dazu, das Subjekt sichtbar zu machen. Wir müssen wieder werden wie die Kinder, d.h. längst „Vergangenes“ (aber immer auch gegenwärtig Wirkendes) muss wieder aufgenommen, bearbeitet und integriert weitergetragen werden. Erst dadurch ist ein erwachsenes Leben möglich.

Nun ist der Mensch Bürger zweier Welten. Er lebt in der objektiven Realität, gleichzeitig aber auch in diesem Fluss des Lebens, der alles in sich enthält, von der Quelle bis zum Meer. Er muss immer wieder „feststellen“, darf aber nicht verdrängen, dass es hinter diesen Standbildern einen Film gibt. Dass die Standbilder zwar objektiv sind, aber jeder in seinem eigenen Film lebt, der nicht feststehend, sondern immer veränderbar ist. In diesem Film lässt sich sogar die Vergangenheit ändern, zwar nicht die Standbilder der Vergangenheit, aber man kann dem Fließen der Partikel eine andere Richtung geben, die auch immer schon da war, aber nicht konkret werden konnte.

Das ist wie in der Quantenmechanik (die eine neue Logik eröffnen würde): Die Wirklichkeit ist die Überlagerung aller Möglichkeiten. Die Realität entsteht durch Messung, durch Hinschauen, und wird dadurch festgestellt. Durch eine andere Art des Experiments, des Hinschauens, können wir eine andere Möglichkeit realisieren, feststellen. In einer Psychotherapie geschieht nichts Anderes: Durch eine andere Art des Hinschauens auf die Vergangenheit wird eine andere Möglichkeit realisiert und damit die Vergangenheit „verändert“. Auch wenn das Wasser dasselbe ist, kann man den Fluss nachträglich umbetten. Das Fließen der Zeit ist ein anderes geworden. Der Erlebende ebenfalls.

Philosophie

Philosophen werden allgemein als Denker bezeichnet, doch das trifft es nicht.

Wenn sich Philosophie auf das Denken beschränkt, dann ist das die Absolutsetzung des Rationalen unter Verdrängung alles anderen. Verdrängung führt aber nicht zur Erkenntnis, sondern zur Angst, die immer eine Verengung des Horizonts bedeutet.
Die übliche Definition des Menschen als „animal rationale“ ist so eine Einengung, zumindest, wenn wir „rationale“ als rational übersetzen. Das griechische „zoon logon echon“ bedeutete allerdings noch wesentlich mehr. Daher muss man das „animal rationale“ übersetzen mit „vernunftbegabtes Wesen“. Und „Vernunft“ (von „vernehmen“) ist weit mehr als Rationalität, ist so etwas wie die Verbindung von Logik, Einfühlung und Intuition.

Philosophie war ursprünglich der Name für Wissenschaft. Erst als sich die Einzelwissenschaften aus der Philosophie abspalteten, wurde diese eine eigene Disziplin. Trotzdem waren und sind Philosophen meist vertraut mit den Wissenschaften, und an den Universitäten war die Philosophische Fakultät ein Dach für die Wissenschaften. Lange Zeit waren nur die Juridische und die Theologische Fakultät davon getrennt. Heute gibt es die interessante Entwicklung, dass die Kunstakademien und -hochschulen in Universitäten umbenannt werden. Es war wohl ein Fehler, das Kreative aus dem Universalen auszuschließen, was aber am wissenschaftlichen Weltbild und dem Ausschluss des Lebendigen und Menschlichen aus diesem liegt.

Universalität

Umgekehrt ist das gesamte Fächerspektrum der Universitäten nichts als die gemeinsame Antwort auf die eine Kant’sche Frage: Was ist der Mensch? Das sieht man sehr schön an der modernen Physik, in der es nicht um die Beschreibung der Natur, sondern um unsere Sicht der Natur geht, also letztlich nicht um objektives Wissen, sondern um Erkenntnistheorie, um die Frage: Was kann der Mensch wissen? Die (objektive) Natur direkt zu beschreiben ist nicht Aufgabe der Naturwissenschaft. Objektivität ist eine der Kategorien, die inzwischen obsolet geworden sind.

In der Logik geht es nicht um Naturgesetze, sondern um Denkgesetze. Es ist die Methode, mit der wir an die Natur herangehen, die die Forschung bestimmt, aber auch das, was wir durch diese finden können. In der auf Aristoteles zurückgehenden und durch die Naturwissenschaft präzisierten Logik haben wir uns jahrhundertelang bewegt. Die Quantenmechanik ist damit nicht zu begreifen, sie geht über unsere gewohnte Logik, unser gewohntes Sehen der Realität hinaus, durchbricht und erweitert den Rahmen unseres Sehens.

Vom Gegensatz zur Komplementarität

Daher konnte Richard Feynman sagen: Wer die Quantentheorie verstanden hat, hat sie nicht verstanden. Das Messen verändert das Gemessene, das Sehen verändert die Welt, und die Wissenschaft verändert das Denken, verändert, was es heißt zu verstehen. Zumindest die westliche Logik musste bisher von zwei gegensätzlichen Aussagen eine eliminieren, weil nur eine richtig sein konnte. Jetzt wird aus Gegensätzen Komplementarität, Gegensätze schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich. Es ist nicht mehr sinnvoll, von der Identität von Elementarteilchen zu reden, und wenn diese entweder Teilchen oder Welle sind, je nachdem wie wir das Experiment anlegen, dann ist auch die Eindeutigkeit als Kriterium verloren gegangen. „Die Eigenschaft von Quantenphänomenen wird durch die Messung nicht festgestellt, sondern hergestellt“ (Herbert Pietschmann). Die Materie ist nicht aus kleinsten Bausteinen aufgebaut, sondern aus „etwas“ (bereits dieser Begriff ist falsch), das nichts mit unserer Vorstellung von Materie gemein hat. Wenn wir im Doppelspaltexperiment nicht am Spalt, sondern dahinter die Messung vornehmen, dann messen wir, und legen damit fest und ändern, wie sich das Teilchen vorher (in der Vergangenheit) „entschieden“ hat.

Plötzlich wird transparent, dass Denken und Logik auf das Erfassen einer objektiven Außenwelt abgezielt hat, die es eigentlich so nicht gibt. Andererseits wird auch schlagartig klar, dass die Psychologie es deshalb so schwer hat, weil sie eine Innenwelt beschreibt, die völlig anderen Gesetzen und einer ganz anderen Logik folgt. Da ist nichts eindeutig, sondern alles ist mehrdeutig, es können sich verschiedene Identitäten ausbilden, Gegensätze bestehen nebeneinander und bilden unsere inneren Konflikte, die wir durch Eliminieren eines Gegensatzes nicht lösen können. Viel wichtiger als Begriffe sind Symbole, die der Vielfalt, Mehrdeutigkeit und Mehrdimensionalität des Lebens gerecht werden.

Welt oder Leben

Zurück in der Außenwelt wird wiederum klar, dass auch da unsere Gesetze der Logik nicht gelten. Die gelten nur für eine abstrakte Außenwelt. In der Natur ist nichts eindeutig, nichts reproduzierbar, es herrscht Vielfalt und Kreativität. Vieles ist nicht quantifizierbar, vor allem wenn es um Leben und den Menschen geht. Das heißt, wenn es um unsere Lebenswirklichkeit, auch um unsere Außenwelt geht, dann hat die Psychologie mehr zu sagen als die Physik. Daher sagt Ludwig Wittgenstein in seinem Tractatus logico-philosophicus (6.52): „Wir fühlen, dass selbst wenn alle möglichen Fragen der Wissenschaft beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind.“ Die Naturwissenschaft war deshalb so immens erfolgreich. weil sie das Leben und den Menschen als Subjekt methodisch ausgeschlossen hat. Der kommt aber in der Quantenmechanik durch die Hintertür wieder herein, womit die Quantentheorie zunächst völlig unverständlich wirkt.

Während durch die in der naturwissenschaftlichen Methode notwendige Analyse die Zeit in Momentaufnahmen verschwindet, steckt im Sehen eines „Gegenstandes“ nicht nur das „Subjekt“, sondern die gesamte Biographie des Betrachters. In menschlichen Beziehungen wird es noch komplexer. Da werden Gegensätze zu Konflikten, und zuvor geht es um die inneren Konflikte, Traumata usw., um fixierte Muster, die wir solange wiederholen, bis wir sie verändern. Auch da gibt es „Gesetze“ und eine eigene Logik, Objektivität spielt aber eine untergeordnete Rolle.

Was ist der Mensch?

In der Philosophie wie in den Wissenschaften geht es um eine einzige Frage: Was ist der Mensch? Und es geht nicht primär um Denken – das verändert sich im Laufe der Zeit und der (biographischen) Entwicklung – sondern um Staunen und Fragen. Denken legt eine Struktur über das Gedachte, bändigt und verformt es gleichzeitig, Staunen erkennt etwas als fragwürdig, und Fragen lässt offen. Denken wäre, neben Fühlen, Wollen, Träumen, Intuition usw., eine Unterabteilung der Psychologie. Das Denken des Philosophen, das der Frage nach dem Menschen nachgehen will, muss den ganzen Menschen, das ganze Leben einschließen. Daher ist Philosophie nicht ohne das Spektrum der Wissenschaften zu sehen, insbesondere diejenigen, die über den gewachsenen Denkrahmen hinausgehen, wie eben die Tiefenpsychologie und die Quantentheorie.

Aus demselben Grund wurden – und geachtet dessen, dass der Mensch auch ein spirituelles Wesen ist – die Religionswissenschaft und die Theologie aus dem „modernen“ Weltbild verdrängt, das im ausgehenden 19. Jahrhundert steckengeblieben ist. Denn weder die Tiefenpsychologie noch die moderne Physik mit Relativitätstheorie, Quantentheorie und Chaostheorie sind in ein modernes Weltbild eingegangen. Dem rational-begrifflichen Denken entsprechend sind nur einige – meist missdeutete – Begriffe in die allgemeine Sprache eingegangen, wie „Relativität“ oder „Quantensprung“ aus der Physik, „Unbewusstes“ oder „Komplex“ aus der Psychologie, und dass die Chaostheorie nichts mit dem Chaos zu tun hat, bemerkt auch kaum jemand.

In der Philosophie geht es jedenfalls ums Ganze, allerdings nicht um das Denken des Ganzen, denn das ist nicht möglich. Die „Objektivität“ einer (abstrakten) Außenwelt suggeriert, dass man auch das Ganze von außen betrachten kann – dann wäre es aber nicht das Ganze. Man kann sich dem nur von innen her nähern, in Offenheit. Und wenn Philosophie aufs Ganze geht, dann kann es das nicht mit dem Denken, sondern muss mit dem ganzen Menschen geschehen. Da müsste auch alles einschließen, was die Naturwissenschaft ausgeschlossen hat: Einmaligkeit, Vieldeutigkeit, Einfühlung, Intuition, Kreativität, Träume, Ängste, Konflikte, Dynamik, die Zerrissenheit des Menschen zwischen dem Absoluten (dem, was er absolut setzt) und dem Konkreten, Endlichen, dessen Enge mit Angst besetzt ist.

Leben und Beziehung

Es geht nicht um „Wissen“ von „Etwas“, es geht ums Leben. Nicht um Subjekt und Objekt, sondern um Beziehung. Auch in der Mikrowelt der Elementarteilchen geht es nicht um kleinste „Bausteine“, sondern „um Beziehung, aber nicht Beziehung von etwas, sondern nur um Beziehung“ (Hans-Peter Dürr). Genau um das, um reine Beziehung, geht es nach theologischer „Definition“ bei der Trinität. Und dazwischen soll es um etwas anderes gehen?

Der Sinn des Ganzen, nach dem nicht nur Philosophen fragen, ist nicht der Sinn von „Etwas“, sondern der Sinn unseres je eigenen Lebens. Das zeigt sich nicht im Gegenüber zur „Welt“, sondern im Miteinander der Menschen. Nicht im Wissen, sondern im Leben und Lieben. Das zu verstehen ist ohne (Tiefen-)Psychologie, ohne Innenschau gar nicht möglich. Und diese Innenschau legt nicht ein Sosein offen, sondern eine Dynamik, innere Konflikte, Traumata und Muster, die immer zum selben Chaos führen. Und es geht nicht um das Eliminieren von Gegensätzen, sondern darum, sie in Komplementarität stehenzulassen, aber sozusagen die unscharfen (unbewussten) Bilder dynamisch scharfzustellen.

Damit wird die Psychoanalyse zur Philosophie, weil das Heilen von psychischen Erkrankungen nur ein Teil ist, der wesentlichere Teil wäre, das Leben an sich wieder in eine Dynamik zu bringen. Weil der Mensch nicht ist, was er ist, sondern erst werden soll, was er ist oder sein könnte. Dabei helfen Beziehungen weit mehr als das Denken. Der Liebende sieht den Geliebten so, wie er sein könnte, und über vieles hinweg, was ist. Liebe überantwortet den anderen in die ihm eigene Dynamik. Beide verlieren den zuvor festen Standpunkt und finden sich wieder im Fluss des Lebens, dessen Ziel sie als Orientierung vor Augen haben, das aber völlig offen ist.

Daher kann ein naturalistisches Weltbild mit Liebe nichts anfangen. Nicht weil sie nur biologisch gesehen wird, sondern weil sie die Vereinigung der Gegensätze ist, deren „Auflösung“ in Komplementarität, die sie stehen und sich ergänzen lässt. Weil sie nicht nur den Himmel auf Erden bringt, sondern auch die Hölle auf Erden integriert. Weil sie nichts aus-, sondern alles einschließt. Nicht Einheit im Gegensatz zum Getrenntsein, sondern Einheit von Getrenntem. Weil sie nur erfahren werden kann – unnennbar, unsagbar, unbegreiflich, unbeschreiblich und überwältigend.

Alles und nichts

Habe nun – hach 😉
Philosophie und Magie
den Ernst des Yoga
der Chassidim Humor
noch immer im Ohr
den Tanz der Indianer und der Derwische
Übungen für langes Leben
in Augenblicke geschmolzen und vergeben
mit Pho-wa das Sterben vorweggenommen
Zeit und Ewigkeit in eins vernommen
weites Land und höchste Höhen
in Tibet wie in mir

wieder und wieder versucht
Sphärenklänge am Boden zu verankern
Wellen brechen in jeder Bucht
Himmel und Hölle in Einklang zu bringen
Rausch des Weines und der Meditation
Gegensätze zu bezwingen
in ein Gespann sie beizubringen
Einheit mit Gewalt und leisem Flehen
in konkretes Leben hineinzusehen
hart am Boden aufgeschlagen
doch auch wenn’s wär komplett vermessen
nie den Himmel ganz vergessen

Ringen mit deinem Bild
lachen, lieben, weinen, singen
mit Sehnen, Wünschen, Träumen ringen
Felsen gerührt
zum Ideal erkürt
bleibst davon unberührt
verloren schon eh noch gewonnen
noch keine Form und schon zerronnen
vergeblicher Versuch zu einen
sinnlos jetzt dir nachzuweinen

liebestrunken
im Nebel versunken
vom Winde verweht
das Sehnen gerinnt
der Schmerz vergeht

alles musst‘ sein
sonst wär‘s nicht mein
alles musst gehen
und im Gehen verwehn
in Himmel und Hölle hinein

und am Ende bleibt nichts
und Platz für alles