Ohne Himmel?

Hätten kein Wetter, kein Wasser, kein Leben,
Sonne, Licht und Wärme würd’s nicht geben,
die Luft zum Atmen würde fehlen,
öde Wüste würd‘ uns quälen.

Sag noch einer: Bloß die Erde,
dass die Evolution uns werde,
alles ward aus trock‘nem Staub.
Doch bliebe alles seltsam taub.

Wär‘ unser Denken bodenverhaftet,
wüstenhaft wär‘ nichts verkraftet.
Ohne weiten Horizont und Himmelssphären
würd‘ Denken in sich selbst vergären.

Wär‘ bloß erdig unser Fühlen,
könnt‘ nur pulvrig Staub aufwühlen.
Könnte Steine nicht erweichen
und kein einzig Herz erreichen.

Blieb‘ am Boden unser Sehnen,
könnt‘ nur in die Breite dehnen,
Keine Grenzen überschreiten,
lichte Höhen sich nicht weiten.

Ohne Weltenall und Sternenreih‘n
dunkel wär‘ all unser Sein.
Fragmente würden schnell verweh‘n,
würd‘ Ganzes nicht über allem steh‘n.

Wasser des Lebens

Liebe führt

von der Quelle bis zum Meer.

Sie tritt zutage

wo niemand sie vermutet.

Unaufhaltsam

bahnt sie sich ihren Weg.

Hindernisse

umfließt sie mit Leichtigkeit.

Bäche und Flüsse

nimmt sie in sich auf

und trägt sie weiter.

 

 

Lebensraum ist sie

für alle Geschöpfe,

Fruchtbarkeit bringt sie

nahen Gefilden.

Sie trägt alle,

die sich ihr anvertrauen.

Ist von Dauer,

wird tiefer und tiefer,

und breitet sich endgültig aus.

Ende und Anfang,

geht auf sie im Meer.

 

 

Überwindet Grenzen,

steigt in himmlische Höhen,

wird wolkenzartes Gebilde,

verletzlich zwar,

doch unzerstörbar.

Weint Tränen

von Schmerz und Freude,

versinkt im Schlamm –

und tritt unerwartet zutage.