Von Tod und Leben

Mitternacht,
jeglicher Sonne bar,
selbst der Mond versteckt sich hinter düstern Wolken.
Doch die Mitte der Nacht geht vorbei.
Noch ist‘s nur Ahnen,
dass tiefes Schwarz zerrinnt in Düsterheit.
Wolkenfetzen irren am Himmel;
wenn sie Schatten werfen,
aus düsterem Schwarz ist Grau geworden.
Ein heller Streif am Horizont,
es setzt sich fort mit zögernder Macht,
was sanft begann um Mitternacht.

Ein baufällig Haus wird abgerissen,
wohnlich einst, doch nicht mehr tragbar.
Schutt und Steine erschüttern die Erde,
ringsum alles Grau und Staub.
Ein neues zu bauen wär jetzt ganz ähnlich,
Bauschutt, Gemäuer, Reste von Beton,
überdecken, was vorher Gras und Grün.
Sonne durch offene Fensterhöhlen,
Sturm, Wind und Regen johlen.
Wie wohnlich wär jetzt ein ganz kleiner Garten,
mit jungen Bäumen, zarten Knospen,
Ein Platz zum Ruhen, ein Platz zum Warten,
ausgebreitet im Mondenschein.

Weinstock entblättert, bar jeden Grüns,
scheint vertrocknet, verdorrt,
bedeckt noch mit Schnee.
Tief unten die Wurzeln vermodern
im einsamen, dunklen Hort.
Kein Licht dringt dorthin,
nur die Geschöpfe der Unterwelt
lüften und lockern das Erdreich,
der Verwesung tut‘s gut. Und dort,
wo die Wurzel schmerzlich vermodert,
reckt sich ein neuer Trieb.

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